Übelkeit: Häufige Ursachen und was dagegen helfen kann

Ein flaues Gefühl im Magen, Schwindel, vielleicht Würgereiz: Übelkeit ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, mit dem der Körper auf sehr unterschiedliche Reize reagiert. Meist steckt eine harmlose und vorübergehende Ursache dahinter, etwa ein Magen-Darm-Infekt, eine Autofahrt auf kurviger Strecke oder ein zu üppiges Essen. Was gegen Übelkeit hilft, hängt deshalb stark vom Auslöser ab.

Stand: Juli 2026. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei starken, anhaltenden oder unklaren Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Hier finden Sie einen Überblick über die häufigsten Ursachen von Übelkeit, über Selbsthilfe im Akutfall, über rezeptfreie Mittel aus der Apotheke sowie über die Warnzeichen, bei denen ärztliche Abklärung nötig ist.

Häufige Ursachen von Übelkeit

Am häufigsten sind Magen-Darm-Infekte durch Viren, bei denen Übelkeit oft zusammen mit Erbrechen und Durchfall auftritt und nach wenigen Tagen wieder abklingt. Auch verdorbene oder schwer verträgliche Lebensmittel, zu viel Alkohol oder ein überladener Magen lösen das flaue Gefühl aus. Daneben reagieren viele Menschen mit Übelkeit auf Bewegungssignale, die das Gleichgewichtsorgan verwirren: Die Reisekrankheit im Auto, auf dem Schiff oder im Flugzeug ist ein klassisches Beispiel.

Weitere verbreitete Auslöser sind die Schwangerschaft, in der Übelkeit vor allem im ersten Drittel viele Frauen begleitet, sowie Migräneattacken, bei denen Übelkeit und Lichtempfindlichkeit den Kopfschmerz oft verstärken. Auch Medikamente, Stress, starke Gerüche oder Erkrankungen von Magen, Galle und Leber kommen infrage. Tritt Übelkeit immer wieder ohne erkennbaren Grund auf, gehört die Ursache in ärztliche Abklärung.

Selbsthilfe: Was Sie im Akutfall tun können

Im akuten Moment hilft es vielen Betroffenen, sich ruhig hinzusetzen oder hinzulegen, frische Luft einzuatmen und langsam, bewusst zu atmen. Essen Sie nichts, wozu Sie sich zwingen müssen. Wenn der Magen sich beruhigt, sind kleine, leicht verdauliche Portionen wie Zwieback, Toast oder Banane ein sanfter Wiedereinstieg. Fettiges, stark Gewürztes und Alkohol bleiben besser vorerst weg.

Trinken ist besonders dann entscheidend, wenn Erbrechen oder Durchfall dazukommen, weil der Körper Flüssigkeit und Salze verliert. Geeignet sind stilles Wasser oder Kräutertees, in kleinen Schlucken über den Tag verteilt. Viele empfinden auch Ruhe, abgedunkelte Räume bei Migräne oder den Blick auf den Horizont bei Reiseübelkeit als entlastend. Bei Reisekrankheit hilft es zudem, im Auto vorn zu sitzen, selbst zu fahren oder auf dem Schiff mittig zu bleiben, wo die Bewegungen geringer ausfallen.

Rezeptfreie Mittel gegen Übelkeit

Aus der Apotheke stehen mehrere rezeptfreie Wirkstoffgruppen zur Verfügung, die je nach Ursache eingesetzt werden. Gegen Reiseübelkeit werden Antihistaminika wie Dimenhydrinat häufig verwendet, als Tablette, Kaugummi-Dragee oder Zäpfchen. Sie können müde machen, was vor allem beim Autofahren zu bedenken ist. Auch Präparate mit Ingwer sind verbreitet; Ingwer gilt traditionell als magenberuhigend und wird unter anderem bei Reiseübelkeit eingesetzt.

Bei Übelkeit im Rahmen von Magen-Darm-Beschwerden kommen zudem pflanzliche Kombinationen etwa mit Kamille, Pfefferminze oder Kümmel infrage, die den Magen entkrampfen sollen. Welche Option zu Ihren Beschwerden passt und ob sie sich mit anderen Medikamenten verträgt, klären Sie im Gespräch mit Ihrer Apotheke; Angaben zu Anwendung und Dosis stehen in der Packungsbeilage. In der Schwangerschaft sollten Sie Mittel gegen Übelkeit grundsätzlich nur nach ärztlicher oder pharmazeutischer Rücksprache anwenden. Eine Übersicht rezeptfreier Präparate finden Sie in unserer Kategorie Magen, Darm & Verdauung.

Wann Sie mit Übelkeit zum Arzt sollten

Ärztliche Abklärung ist angeraten, wenn Übelkeit länger als einige Tage anhält, immer wiederkehrt oder ohne erkennbaren Auslöser auftritt. Gleiches gilt bei heftigem oder blutigem Erbrechen, starken Bauchschmerzen, hohem Fieber, Anzeichen von Flüssigkeitsmangel wie Schwindel und stark vermindertem Wasserlassen sowie bei ungewolltem Gewichtsverlust.

Ein Notfall kann vorliegen, wenn Übelkeit zusammen mit Druck oder Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, Sehstörungen, Lähmungserscheinungen oder sehr starken Kopfschmerzen auftritt. Solche Kombinationen können auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hindeuten und gehören sofort in den Rettungsdienst. Bei Säuglingen, kleinen Kindern und älteren Menschen ist wegen des schnellen Flüssigkeitsverlusts durch Erbrechen generell früher ärztlicher Rat gefragt, ebenso bei anhaltender Übelkeit in der Schwangerschaft.

Häufige Fragen zu Übelkeit

Was hilft schnell gegen Übelkeit?
Im Akutfall helfen vielen Betroffenen Ruhe, frische Luft, langsames Atmen und kleine Schlucke Wasser oder Tee. Bei Reiseübelkeit werden rezeptfreie Mittel wie Dimenhydrinat häufig eingesetzt. Zu Auswahl und Anwendung berät Ihre Apotheke.
Welche Hausmittel haben sich bei Übelkeit bewährt?
Verbreitet sind Ingwer, etwa als Tee, sowie Kamillen- oder Pfefferminztee, dazu leichte Kost wie Zwieback und Banane, sobald der Magen es zulässt. Ausreichend zu trinken ist besonders bei Erbrechen entscheidend.
Was hilft gegen Übelkeit in der Schwangerschaft?
Vielen Schwangeren helfen kleine, häufige Mahlzeiten, ein Zwieback vor dem Aufstehen und das Meiden auslösender Gerüche. Medikamente oder auch Ingwerpräparate sollten in der Schwangerschaft nur nach ärztlicher oder pharmazeutischer Rücksprache eingenommen werden.
Wann ist Übelkeit ein Warnzeichen?
Aufmerksam sollten Sie werden bei anhaltender oder wiederkehrender Übelkeit ohne klaren Auslöser, blutigem Erbrechen, starken Bauch- oder Brustschmerzen, hohem Fieber und Zeichen von Flüssigkeitsmangel. Dann gehört die Ursache zügig in ärztliche Abklärung.

Unsere Einordnung: Übelkeit ist in den meisten Fällen ein vorübergehendes Symptom, das sich mit Ruhe, Flüssigkeit, leichter Kost und bei Bedarf rezeptfreien Mitteln aus der Apotheke gut überbrücken lässt. Entscheidend ist der Blick auf den Auslöser und auf Warnzeichen wie blutiges Erbrechen, Brustschmerz oder anhaltende Beschwerden, die ärztlich abgeklärt werden müssen. Kommen Durchfall oder saures Aufstoßen dazu, finden Sie in unseren Ratgebern zu Durchfall und Sodbrennen weitere Hinweise.

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Quelle: Informationen zu Übelkeit und Erbrechen, unter anderem gesundheitsinformation.de (IQWiG).