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Produktinformationen Calciumacetat-Nefro 950mg 200 Filmtbl.
Preisvergleich Packungsbeilage / BeipackzettelInhaltsverzeichnis
Hinweise / Warnhinweise für Hilfsstoffe
Enthält Fructose, Invertzucker (Honig), Lactitol, Maltitol, Isomaltitol, Saccharose oder Sorbitol. Darf bei Patienten mit hereditärer Fructose-Intoleranz nicht angewendet werden.
Hinweise / Warnhinweise für Anwendung und Dosierung
Mit Flüssigkeit einnehmen. Einnahme während oder nach dem Essen. Einschleichend dosieren.
Hinweise / Warnhinweise für Reaktionsvermögen
Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens durch Arzneistoff und/oder Nebenwirkung, Teilnahme am Straßenverkehr und Bedienen von Maschinen eingeschränkt möglich.
Nebenwirkungen
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- leichte Hypercalcämie (Ca < 3 mmol/l)
- insbesondere nach Überdosierungen
- Symptome einer leichten Hypercalcämie sind zunächst Muskelschwäche sowie gastrointestinale Beschwerden (Bauchschmerzen, Obstipation, Übelkeit und Erbrechen)
- tritt bei etwa 1% der Patienten auf
- leichte Hypercalcämie (Ca < 3 mmol/l)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- anhaltende schwere Hypercalcämie (Ca > 3 mmol/l)
- insbesondere nach Überdosierungen
- kann zu Bewusstseinsstörungen (Lethargie, Desorientierung und Benommenheit, in extremen Fällen sogar Koma) führen und Nierenfunktion herabsetzen
- tritt bei etwa 0,1% der Patienten auf
- begleitende Symptome sind Polydipsie, Polyurie, Nephrokalzinose, Nierenkalkablagerungen und Herzrhythmusstörungen
- Langzeitbehandlung mit hoch dosiertem Calciumacetat ist mit Hypercalcämie und extraossären Kalzifikationen einschl. Herzklappen-, Gefäß- und Weichteilkalzifikationen/-kalzinosen sowie Calciphylaxie verbunden
- zur Vermeidung dieses Risikos empfohlen, die Dosierung von Calciumacetat so gering wie möglich zu halten und die Einstellung streng an den Serumcalcium- und Serumphosphatspiegeln auszurichten
- anhaltende schwere Hypercalcämie (Ca > 3 mmol/l)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Aufstoßen
- Blähungen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Obstipation
- Diarrhö
- Hinweis
- gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit und Obstipation
- insbesondere bei zu hohen Dosierungen
- bei gastrointestinalen Nebenwirkungen ggf. auf Calciumcarbonat umstellen
- gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit und Obstipation
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Weichteilverkalkungen (z.B. im Fettgewebe unter der Haut)
- i.d.R. erst nach vielen Jahren der Einnahme und mit häufig erhöhten Calciumspiegeln im Blut
- Weichteilverkalkungen (z.B. im Fettgewebe unter der Haut)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
Hinweise bei Schwangerschaft
- kann während Schwangerschaft verabreicht werden, wenn sichergestellt ist, dass die Behandlung regelmäßige Kontrollen des Serumcalciumspiegels vorsieht
- keine ausreichenden klinischen Daten über eine Anwendung von Calcium in der Schwangerschaft
- keine Berichte über schädliche Wirkung von Calcium während der Schwangerschaft beim Menschen
- allerdings Wahrscheinlichkeit einer Hypercalcämie bei schwangeren Frauen, die gleichzeitig Calcium und Vitamin D einnehmen, erhöht
- Fertilität
- keine Erfahrungen über die Wirkung von Calcium auf die Fertilität
Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Therapie erfordert regelmäßige/engmaschige Kontrolle der Serumcalcium- und Phosphatspiegel
- um Wirksamkeit der Behandlung zu kontrollieren und einer Hypercalcämie vorzubeugen
- Calcium × Phosphat-Produkt sollte 5,25 - 5,3 mmol/l keinesfalls überschreiten, da Häufigkeit extraossärer Calcifizierung bei Überschreitung dieses Wertes zunimmt
- monatliche Überwachung empfohlen
- längerdauerndes Überschreiten erfordert Änderung der Behandlung
- um Erhöhung des Serumcalciumspiegels durch Zufuhr von Calciumacetat über den Normbereich hinaus zu vermeiden
- im Falle einer bereits durchgeführten Calciumtherapie das mit dem Arzneimittel zugeführte Calcium berücksichtigen
- vor der Anwendung von Phosphatbindern sollte der Patient eine Ernährungsberatung zur Aufnahme von Phosphat und Calcium erhalten
- Anwendung von Calciumacetat sollte an Art der Dialysebehandlung, die der Patient erhält, angepasst werden
- Dosierung muss entsprechend der Phosphataufnahme und -elimination durch Dialyse eingestellt werden
- Empfehlungen aktueller Behandlungsrichtlinien bezüglich Dosierung, Überwachung und Wahl des Phosphatbinders sollten befolgt werden
- Risiko des Auftretens einer Hypercalcämie bei gleichzeitiger Behandlung mit Vitamin D enthaltenden Präparaten besonders hoch
- gleichzeitige Verabreichung von Calcium und Vitamin-D-Derivaten darf nur unter enger medizinischer Überwachung erfolgen
- Patienten sollten über die Symptome einer Hypercalcämie informiert werden
- Patienten sollten angewiesen werden, vor Einnahme von calciumhaltigen Antacida ärztlichen Rat einzuholen, um zusätzliche Calciumbelastung zu vermeiden
- Patienten, die gleichzeitig mit herzwirksamen Glykosiden behandelt werden, mittels EKG und zusätzlichen Kontrollen des Serumcalciumspiegels überwachen
- klinische Studien mit Calciumcarbonat zeigten, dass Langzeitbehandlung mit hohen Dosen von Calciumcarbonat bei Patienten mit Nierenversagen zu Weichteilverkalkungen sowie Hypercalcämie führen kann
- entsprechende Daten für Behandlung mit Calciumacetat wurden bislang nicht veröffentlicht
- zur Vorbeugung solcher Beschwerden sollte die Dosierung von Calciumacetat so niedrig wie möglich gehalten werden und sich streng an den Serumcalcium- und Serumphosphatspiegeln ausrichten
Kontraindikation
- Überempfindlichkeit gegen Calciumacetat
- Hypophosphatämie
- verursacht durch chronische Niereninsuffizienz bei Patienten unter Dialysebehandlung
- schwere Hypophosphatämien
- Hypercalcämie
- Hypercalciurie mit Auftreten calciumhaltiger Nierensteine, decalcifizierenden Tumoren und Skelettmetastasen
- schweres Nierenversagen ohne Dialysebehandlung
- Obstipation
- vorbekannte Dickdarmstenosen
- Osteoporose als Folge einer Immobilisation
Hinweise bei Stillzeit
- keine ausreichenden klinischen Daten über eine Anwendung von Calcium in der Stillzeit
- keine Berichte über schädliche Wirkung von Calcium in der Stillperiode beim Menschen
- während der Stillzeit gehen signifikante Calcium-Mengen in die Milch über, die jedoch keine schädlichen Wirkungen auf das Neugeborene haben
Hinweise zur Verkehrstüchtigkeit/Bedienung von Maschinen
- Calciumacetat hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
- eine Hypercalcämie kann jedoch Bewusstseinsstörungen verursachen und Schwäche hervorrufen
Anwendung
- Einnahme ausschließlich zu den Mahlzeiten (bestmögliche Phosphatbindung)
Dosierung
- Hyperphosphatämie, verursacht durch chronische Niereninsuffizienz bei Patienten unter Dialysebehandlung
- Dosierung individuell, je nach Serumphosphatspiegel
- engmaschige Kontrollen nötig
- einschleichende Dosierung, bis der angestrebte Serumphosphatspiegel erreicht ist
- vorausgesetzt, es kommt nicht zur Hypercalcämie
- Erwachsene
- initial: 1 Filmtablette (240,2 mg Calcium) 3mal / Tag
- schrittweise Dosissteigerung, bis der angestrebte Serumphosphatspiegel erreicht ist
- übliche Erhaltungsdosis
- 1 - 2 Filmtabletten 4 mal / Tag, entsprechend 721 - 1.441 mg Calcium
- max. Dosis: 6 Filmtabletten (entsprechend 1.441,2 mg Calcium) / Tag
- ggf. Dosiseinstellung je nach Phosphataufnahme und Elimination über Dialyse
- Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
- Anwendung nicht empfohlen (ungenügende Erfahrungen)
Indikation
- Hyperphosphatämie, verursacht durch chronische Niereninsuffizienz bei Patienten unter Dialysebehandlung